Innehalten an der Peripherie des Krieges

Paris, nicht nur Paris, im November. Wir leben an der  Peripherie  einer großen kriegerischen Auseinandersetzung. Dieser Krieg ist schwer zu fassen, doch unausweichlich, solange Krieger den grenzenlosen Krieg erklären. Jedem, überall, jederzeit.

IMG_1259

Wir wollen diesen Krieg nicht. Aber die Hilfe für Menschen, die vor diesem Krieg flüchten, kann uns nicht davor schützen, eine Position einzunehmen. Einfach raushalten geht nicht. Wer wüsste das besser, als die Kriegsflüchtlinge, die zu uns kommen.

Die Fronten in diesem Krieg verlaufen kreuz und quer, drunter und drüber. Die alten Kategorien führen in die Irre, und die Lage bleibt unübersichtlich. Neutralität ist auf Dauer keine Lösung. Genauso wenig   klug erscheint es, sich ohne kühle Strategie in einen Krieg zu verstricken, ohne Ziel und Plan, ohne ein tieferes Verständnis der Situation und ohne  eine strategische Vorstellung davon, wohin das führen soll und wie dieser Krieg zu beenden wäre.

 Davon ist Europa gegenwärtig sehr weit entfernt. Wenn sich die westlichen Staaten in dieser existenziellen zivilisatorischen Auseinandersetzung, in der es um grundlegende Werte und Regeln geht, mit den Feinden eben dieser Werte und Regeln verbünden, wird offenbar, dass die politischen Eliten nicht verstanden haben, worum es in diesem Kampf geht.

Die herrschenden Eliten haben keine Vision von einer gerechteren Weltordnung und wiederholen die alten Fehler. Der Fehler besteht darin,  die starken Regeln nicht wirklich zu leben und konsequent durchzusetzen. Nach Innen und nach Außen. Schlimmer noch, die Regeln werden öffentlich gepredigt und gefeiert, aber backstage mit Füßen getreten. In stillem Einvernehmen, klammheimlichen oder höhnisch zur Schau gestellt.

Die Gemeinschaften mit den starken Werten zeigen sich schwach. Das macht die Feinde von Freiheit, Gleichheit und Solidarität stark.

Über Felix Bird

Mehr über den Autor oben auf der Website: Felix Bird – Experiment November Journal, ein Selbstversuch
Dieser Beitrag wurde unter Freiheit & Gewalt, Krieg & Frieden, Politik abgelegt und mit , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s