bad news – good news

bad news

Die gegenwärtigen Krisen der politischen, ökonomischen und kulturellen Systeme verweisen auf eine wesentlich tiefer gehende historische Krise der Zivilisation. Wir befinden uns am Beginn einer umfassenden und tiefgreifenden globalen Zivilisationskrise. Diese Krise zeigt sich in einem Bündel von Prozessen, die miteinander verbunden sind. Die klimatische Erwärmung, die Überbevölkerung, die Vergeudung natürlicher Ressourcen, die Zerstörung einer Vielfalt von Arten, Lebewesen und Kulturen, die Krise der Finanzsysteme, die Krise des Sozialen und des Kulturellen, die globale Eskalation von Gewalt, die rasende Beschleunigung aller Prozesse, und der Verlust gesellschaftlicher Utopien. Alle diese Prozesse sind aufeinander bezogen und wirken zusammen.

Lebende Systeme gehen meist an denselben Regeln und Imperativen zu Grunde, die sie erfolgreich machten. Und diese Zivilisation wäre nicht die erste, die an ihrem Erfolg zu Grunde ginge. Ihre erste Regel: friss oder stirb. Ihr kategorischer Imperativ durchdringe die Welt und wachse macht vor nichts halt: Land, Bodenschätze, Kontinente, Körper, Kosmos, Seele, Hirn, Sterne, Arbeit, Leben. Was für ein Erfolg! Das oberste Prinzip dieses Systems besteht in dem unbedingten Willen zu Expansion und Eroberung. Kein Innehalten, schneller, höher, weiter, mehr! MEHR!

Und doch zeigt sich im globalen Triumphzug der unterdrückte, unbewusste Subtext. WE CAN GET NO SATISFACTION. Am Abend des umfassenden Erfolgs dämmert das Grauen, die Panik, die einsetzt, wenn der Rausch vorüber ist und die Nemesis erscheint. Der gerechte Zorn. Die ausgleichende Gerechtigkeit.

Good news

Wir sind fantasiebegabte Wesen. Die Tage und Nächte des Scheiterns gebären neue Vorstellungen. Stell dir vor, der Spuk geht vorbei. Stell dir vor, es gäbe viel Zeit zum Nachdenken. Eine Geschichte kommt an ihr Ende, und geht mit einer neuen, einer anderen Geschichte weiter. Wir könnten schon jetzt eine andere Erzählung erfinden. Eine andere Genesis. Eine Geschichte der Evolution von Menschlichkeit. Mit anderen Prinzipien, anderen Regeln und anderen Imperative. Heraus aus dem Schatten der Macht, des Gemetzels und der Gier.

Keime und Kerne dieser anderen Geschichte finden sich überall. Sammeln wir sie ein, schützen und hegen wir sie, nehmen wir sie mit, wie Noah, in eine andere Zeit, eine andere Geschichte.

 

Über Felix Bird

Mehr über den Autor oben auf der Website: Felix Bird – Experiment November Journal, ein Selbstversuch
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