Protzen, drohen, zuschlagen – Die Welt im Donald-Trump-Modus

Die Frau in Texas steht in den Trümmern ihres Hauses. Die Wasser sind abgeflossen, der Sturm ist vorüber. Stumm steht sie da, allein. Ihr Präsident ist weit weg in New York. Er hält eine Rede vor der UN.

Ach, hätten doch all die Beschöniger und Beschwichtiger Recht behalten! Es wird schon nicht so schlimm kommen, oder er wird es in den Hallen der Macht schon noch lernen. Nein. Dieser Mann kennt, von Kindesbeinen an, nur einen Beziehungsmodus: Kampf und Gewalt, das heißt, protzen, drohen und zuschlagen, wo immer es möglich ist. So hält er es mit den Frauen, so führt er sein Business, so hält er es mit der Presse, so machte er es mit denen, die er seine Unterlinge nennt. James Comey, der ehemalige CIA-Direktor, der es wagte, Unabhängigkeit zu zeigen, hat das ausführlich beschrieben.

Jetzt macht der monströse Clown es mit der Welt. An die Muschi fassen, drohen und zuschlagen. Die Welt soll ihn nicht mehr lächerlich machen, nicht mehr unterschätzen. Nichts hasst er so sehr, wie nicht ernst genommen zu werden. Keiner kann das besser verstehen als sein Kontrahent Kim in Nordkorea. Aber dem und der Welt wird er es jetzt zeigen. Der US-Präsident droht vor der Weltversammlung, Nordkorea atomar zu zerstören, und er droht gleichzeitig, aus dem Atomwaffensperrvertrag mit dem Iran auszusteigen.

Warum ist das schlimm, könnte man einwenden, andere machen es doch genau so? Putin, Kim, Maduro und Erdogan tun es, Stalin, Hitler, Castro, Mussolini, Napoleon, Kaiser Wilhelm taten es, und so viele andere. Es ist der immer gleiche Macho-Modus, den jeder kleine Pantoffelheld beherrscht, ob er nun im Konzern CEO spielt, zu Hause Frau und Kind terrorisiert, oder am Bahnhof Frauen jagt. Protzen, drohen, zuschlagen. Und überhaupt, ist Trumps aggressives Gehabe nicht eine berechtigte und geeignete Strategie im Kampf mit bösen Buben und mörderischen Dynastien? Noch sei keine Bombe geflogen, heißt es , es gehe um Verhandlungspositionen.

Nein. Die Zerstörung hat bereits stattgefunden. Der Zerstörer hat zugeschlagen. Das Klima ist vergiftet. Eine kulturelle Klimakatastrophe. Der President der mächtigsten Militärmacht der Welt setzt den Rahmen für die Weltpolitik. Drohen und Zuschlagen. Trump droht, aus bereits verhandelten oder bestehenden Verträgen auszusteigen, und er droht gleichzeitig damit, Atombomben einzusetzen. Seit der technischen Erfindung der Atombombe besteht die einzige Hoffnung der Menschheit darin, dass eine kulturelle Erfindung, die Regel pacta sunt servanda (Verträge sind einzuhalten), dem Vernichtungswahn Einhalt gebieten könnte. Der President der Vereinigten Staaten von Amerika hat soeben vor der Vollversammlung der UN diese kulturelle Regel verabschiedet. Völlig unerheblich dabei ist, ob dem Immobilienhai aus New York überhaupt annähernd klar ist, was er da tut. Der President der USA hat gesprochen, und es gehört wenig Phantasie dazu, sich vorzustellen, welche Konsequenzen das haben wird.

Trump hat es in seiner Rede selbst empfohlen. Jeder, jede Nation, soll zuerst an sich denken, und sich groß machen, so, wie er Amerika wieder groß machen wird. Wir steuern auf eine Welt zu, in der immer mehr Mächte über Atomwaffen verfügen werden, und immer mehr Politiker werden bereit sein, diese Waffen auch einzusetzen.

Die Frau in Houston, Texas, steht immer noch fassungslos vor den Trümmern ihrer Existenz. Alles klang so gut, die Prospekte der Immobilienmakler, die Ansprachen der Lokalpolitiker, die von den Haussteuern leben, und von den Spenden der Immobilienentwickler. Dort wo Amerika immer größer und schöner wird, im Sun Belt der USA, in Houston oder in Miami, wollte sie unbedingt leben. Vor zwei Jahren zog sie her, und wählte 2017 begeistert Donald Trump, von dem sie annahm, dass er als cleverer Immobilienmogul schon wisse, wie Amerika, wie die Welt zu sanieren sei. Einer, der weiß, dass der Klimawandel ein „Scherz“ der Chinesen ist, weiß auch wie alles wieder in Ordnung kommt. Die Frau weiß noch nicht ob sie hier bleiben wird, das Haus dürfte hier eigentlich nicht stehen, sagen die Meteorologen. Einige Nachbarn verkaufen ihre Häuser. Aber wem soll man schon glauben, in den Zeiten der Lügenpresse. Donald Trump hat versprochen, alles wieder aufzubauen, schöner und größer. Das versprach auch ein Österreicher, der 1933 Kanzler in Deutschland wurde. Alles sollte größer werden und schöner. Aber davon hat die Frau keine Ahnung.

 

Über Felix Bird

Mehr über den Autor oben auf der Website: Felix Bird – Experiment November Journal, ein Selbstversuch
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